Da4: Das Flugaschesilo - ein “Dickes Ding - in jeder Beziehung

12. November 2009 | Von Trinity | Kategorie: Im Blickpunkt

Ein "dickes Ding", das Flugaschesilo - in jeder Beziehung !

Ein "dickes Ding", das Flugaschesilo - in jeder Beziehung !

E.ON hat sich mit seinem riesigen Flugaschesilo ein “Dickes Ding” geleistet, nicht nur wegen der kolossalen Abmessungen. Auch bezüglich der Begründung zu der gewählten Grössenordnung ist dem Konzern ein “Dickes Ding” passiert…….

Das Flugaschesilo setzt die - inzwischen stattliche - Reihe von ´Doppel-Infrastruktur-Elementen´ fort

Es gibt eine ganze Reihe von Infrastrukturelementen, welche auf der E.ON Baustelle Datteln4 auf einen zweiten kolossalen Block hinweisen. Die Vermutung auf eine  “Doppelte Infrastruktur” ist inzwischen einer für das Leben brauchbaren Gewissheit gewichen.

Dazu gehört auch das inzwischen für alle Beobachter (auch über die Webcam von E.ON) sichtbare Flugaschesilo, welches deutlich grösser als ´vorgeplant´ ausfällt.

Während die meisten ´Doppel-Strukturelemente´ kaum direkt ins Auge fallen, so ist dies bei dem Flugaschesilo ganz anders. Das ´Ding´ ist so gross, dass sich praktisch jeder Besucher fragt: “Was ist das denn für ein Riesen-Ding?”

E.ON hat erkannt, dass wegen der kolossalen Grösse verstärkt Fragen nach den Gründen für den Riesentopf auf den Konzern zukommen werden.

E.ON: ´Die kolossale Grösse des Flugaschesilo dient dem langfristigen Speichern der Flugasche zwecks Erzielung eines höheren Marktpreises´

Die “Bevorratung von Flugasche zur Marktpreiserhöhung” nannte ein E.ON-Mann im E.ON-Info-Point als Grund für die ausserordentliche Grösse dieses Silos. Diese (unerwartete) Antwort kam sofort und wirkte vorbereitet. Dabei war er nur nach den Abmessungen gefragt worden. Es wundert, dass die Info-Leute wissen, warum das Silo so gross ist, aber die Abmessungen nicht kennen.

Es wundert nicht, dass E.ON-Projektleiter Dr. Andreas Willeke und E.ON-Geschäftsführer Gerhard Seibel nun ebenfalls die kolossale Grösse des Flugaschesilos damit begründen, ´man könne ein 3/4-Jahr lang die anfallende Flugasche sammeln/bunkern und dann bei guter Marktpreislage verkaufen, da das Produkt nicht ständig abgenommen würde. Zu bestimmten Saisonzeiten würden höhere Preise erzielt´.

Einem unbedarften Hörer könnte eine solche Argumentation durchaus schlüssig erscheinen.

E.ON-Argumentation steht eigene Konzernvereinbarung entgegen

Der o.g. E.ON-Argumentation steht entgegen:

Steinkohlenflugasche, Schmelzkammergranulat und REA-Gips, die beim Betrieb der in der Anlage aufgeführten Steinkohlekraftwerke produziert werden haben einen positiven Marktpreis, der mit dem Marktpreis anderer natürlicher oder industriell hergestellter Baustoffe vergleichbar ist. Insbesondere beim Einsatz von Steinkohlenflugasche in den Bereichen Beton und Betonwaren orientiert sich der Marktpreis an den jeweiligen Zementpreis, da Zement durch Steinkohlenflugasche in erheblichem Umfang substituiert werden kann……Die Nachfrage übersteigt seit Jahren das Aufkommen dieser Stoffe - auch wesentlich ein Ergebnis der intensiven Qualitätssteuerungs- und -sicherungsmaßnahmen im Kraftwerk.”

und weiter:

Auf Grund der konstant hohen Nachfrage werden in der Regel die beim Betrieb der in der Anlage aufgeführten Steinkohlekraftwerke produzierte Steinkohlenflugasche, Schmelzkammergranulat und REA-Gips auf der Basis von Handelsverträgen gesichert und vollständig abgesetzt. Diese Handelsverträge haben zum Teil Laufzeiten von mehr als 5 Jahren.

Quelle: Vereinbarung zwischen demMinisterium für Umwelt und Naturschutz Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen und derBauMineral GmbH über die rechtliche Behandlung von Steinkohlenflugasche, Schmelzkammergranulat, REA-Gips vor dem Hintergrund des Kreislaufwirtschafts- und AbfaIlgesetzes (vom 29.11.2007)

Die BauMineral GmbH ist ein Tochterunternehmen im E.ON-Konzern

Die Vereinbarung gilt für die E.ON Kraftwerke Scholven, Buer, Knepper, Datteln, Shamrock u. Heyden, allesamt in NRW. Darüber hinaus entsorgt die BauMineral natürlich auch die anderen E.ON Kraftwerke, z.B. Wilhelmshaven und Grosskrotzenburg (Staudinger)

Weiss die Linke nicht, was die Rechte tut ?

Die Widersprüche könnten nicht grösser sein. So wenig Abstimmung - im gleichen Konzern ! Weiss bei E.ON die ´Linke nicht, was die Rechte tut´? So oder so ist das Flugaschesilo ein ´dickes Ding´. Die Widersprüche stehen den Vertrauensbekenntnissen entgegen, welche der Konzern gerne für sich einfordert. Arbeit an der eigenen Glaubwürdigkeit sieht jedenfalls anders aus. Man kann auch dieses “Eigentor” wohl kaum noch als Irrtums abtun, zu häufig und regelmässig kommen diese inzwischen daher. Logisch erscheint nach alldem allerdings der beabsichtigte Ausbau in Richtung eines zweiten 1.100MW-Blockes, nämlich Datteln5.

Hier noch einige Rand-Infos zum Silo

  • Für Da4 war im Vorbescheidantrag eine Flugaschemenge von 64 t/h angegeben.
  • Das vorgeplante Silo war mit D=50m, H=55m, d.h. mit einem Inhalt von ca. 108.000 t angesetzt.
  • bezogen auf  7000 Volllaststunden/a entspräche ein Siloinhalt - in ´vorgeplanter Grösse´ - 24% der Jahresmenge.
  • Würde aber 75% der Jahresmenge im Silo Platz finden, wie die Herren Willeke+Seibel ausführen, dann wäre das Silo 3mal grösser als vorgeplant. Das würde einem Durchmesser von 72m und einer Höhe von 80m entsprechen. Genau so ähnlich sieht die gebaute kolossale Realität aus. Man darf gespannt sein auf die tatsächlichen Abmessungen.

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Fotos: © aufpunkt.de
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