Kommt BM Werner “mit Volldampf unter die Räder des Elternrates”?
14. November 2009 | Von Anakin | Kategorie: EON Datteln Block4Heftige Schelte hagelt es nun auch aus den Reihen der Dattelner Eltern gegen den Bau des E.ON Kraftwerks.
In einem Brief an alle Dattelner Ratsmitglieder vom 10.11.2009 nehmen die Eltern auch den Dattelner Bürgermeister Werner ins Visier.
Der Elternrat appelliert darin an die Stadträte, “die letzte Chance zu nutzen, das Mega-Kraftwerk in Datteln zu verhindern. Wir bitten Sie einem neuen geänderten Bebauungsplan nicht zuzustimmen” und weiter …”Gerade im Bezug auf unsere Kinder setzen wir uns ein, die Stadt Datteln nicht zur Abgas-Hauptstadt Europas zu machen“. - “Bürgermeister und Rat haben einen Eid geleistet, Schaden von unseren Bürgern fernzuhalten. Wir sehen diesen Eid gefährdet. Laut OVG-Urteil hat der Bürgermeister mehrere Themen nicht mit dem Rat beraten lassen, obwohl er gesetzlich dazu verpflichtet ist. Deshalb sehen wir bei vielen gemachten Fehlern die Verantwortung beim Bürgermeister und Leiter der Verwaltung.”
An Deutlichkeit kaum zu überbieten geht es weiter:
“Da der Bürgermeister, selbst nach der Veröffentlichung des vernichtenden Urteils, weiter vollmundig behauptet hat, er habe alles richtig gemacht, ist er entweder fachlich heillos überfordert oder er hält weiterhin die mangelhafte Einbindung der Rates für in Ordnung. Dies würde aber bedeuten, dass er in gewissen Fällen eine Übergehung des Rates weiterhin als adäquat betrachtet. Das sollte aber unseren Ratsmitgliedern zu denken geben.“
Der Stadtelternrat fragt auch nach den Auswirkungen des Kraftwerks auf die Kinderklinik und die zu erwartende nachlassende Frequentierung der Klinik wegen besorgter Eltern von kranken Kindern. Auch die Arbeitsplätze in der Gesundheitsbranche in Datteln werden analysiert. Deren Anteil sei mit 2.750 Arbeitsplätzen deutlich höher als die für das Kraftwerk prognostizierten 75 Arbeitsplätze. Von fehlender Rücksichtnahme durch E.ON gegenüber der Kinderklinik ist die Rede, weil die damalige Mitverbrennung des Sondermülls Kronocarb damals ohne Umweltverträglichkeitsprüfung durchgewunken wurde.
In dieser Art geht es in dem Schreiben noch lange weiter. Der Eindruck ist, dass sich bei den Elternvertretern eine ganze Menge Frust und Wut aufgestaut hat, die sich jetzt nach dem OVG-Urteil ein Ventil gesucht - und gefunden - hat. Es ist eine erste gesamtheitliche Betrachtung der Umstände des Zustandekommens des Kraftwerkbaues - ausserhalb des Richterspruches. Sie ist nachvollziehbar !
Es ist wohl so, dass - mit dem vernichtenden OVG-Urteil im Rücken - der Mut bei den Betroffenen einen Grad erreicht hat, der nun in einer deftigen Abrechnung mit den Verantwortlichen mündet. Das macht Hoffnung auf MEHR. Den Verfassern sei gedankt.
Das Schreiben kann auch als Indiz für den inzwischen überschrittenen Leidensdruck der verantwortlich denkenden Bevölkerung angesehen werden. Kommt BM Werner mit Volldampf unter die Räder der Lokomotive des Stadtelternrates?






















