Leserbriefe - März 2011

21. März 2011 | Von Eig.Ber. | Kategorie: Leserbriefe

Folgender Leserbrief  - von Karl Seeling / Datteln - hat uns am 20.03.2011 erreicht :

Gutachten der Stadt Datteln zum Kraftwerk

Die Stadtverwaltung Datteln stellte neue Gutachten vor: „Es gibt keine unüberwindbaren planungsrechtlichen Gründe, einen neuen Bebauungsplan für das neue Kraftwerk in Datteln aufzustellen“, so der Tenor der Gutachter. Vom 09.05.2010 (Landtagswahlen NRW) bis im Dezember 2010 haben die Fraktionen der Landes FDP und der CDU immer wieder mit Anträgen im Landtag versucht, einen Standort für ein Kohlekraftwerk in Datteln zu realisieren, der nach Ansicht unserer höchsten Gerichte viel zu nah an der angrenzenden Wohn- und Gewerbebebauung und in nur 600 m Entfernung zur Kinderklinik Datteln errichtet wurde. Trotz Kenntnis der Rechtsbeurteilung durch das OVG Münster und der Gefahren für die Anwohner („Rest- Risiken“), die nun mal so ein riesiges Kraftwerk mit sich bringt, wurde und wird von der Politik immer wieder behauptet, die Gefahren sind abschätzbar und zu beherrschen und die Angst der Bewohner muss im Hinblick auf „Abwägung zwischen Ökologie und Ökonomie“ zurück treten und ist hinzunehmen (Drucksache 15/65-15/109 Landtag -FDP). Am 09.04.2010 wurde durch den Bergbau im Hamm ein Erdstoß der Stärke 1,9 auf der Richter-Skala ausgelöst, der sich bis nach Datteln hinzog. Die DMP berichtete. Nach Angaben der Experten der Uni Bochum und Köln wurde dies als bergbauliches Ereignis bewertet und zeigt eindeutig auf, dass die naturgegebenen Ereignisse, wie oben beschrieben, im Bergbauland NRW nicht abschätzbar sind. Hinzu kommen menschliches und auch technisches Versagen. Hier möchte ich an die chinesischen Kessel für das Kraftwerk Datteln IV erinnern. 4000 Tonnen Stahl hat E.ON nach China verschifft, weil in Europa angeblich niemand Kessel bauen kann. Anschließend mussten genau diese Kessel nachgeschweißt werden, was nicht wirklich für dauerhafte Sicherheit spricht. Ich möchte mich hier nicht auf die Aussagen sogenannter Gutachter verlassen, die, von E.ON bezahlt, behaupten, die Abstandfrage lässt sich umgehen. „Die Abstandrichtlinie ist ja kein Gesetz sondern lediglich eine Empfehlung und deshalb kein Hindernis“, so Prof. Dr. Uechtritz. Bei solchen Aussagen platzt mir die Hutschnur. Und die Dattelner Stadtverwaltung verkündet voller Stolz, dass es gemäß der vorgestellten Gutachten nun doch noch möglich ist, den Bebauungsplan zu realisieren. Wie armselig ist das?


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