Leserbriefe - Mai 2011

1. Mai 2011 | Von Eig.Ber. | Kategorie: Leserbriefe

Folgender Leserbrief  - von Raimund Schorn-Lichtenthäler / Datteln - hat uns am 01.05.2011 erreicht :

Mißfelder fordert: “Datteln IV muß ans Netz gehen”

Philipp Missfelder - Quelle: Jacquez (under CC BY 3.0)

Der CDU Philipp Missfelder - Quelle: Jacquez (under CC BY 3.0)

Der Recklinghäuser Bundestagsabgeordnete Philipp Mißfelder besucht das gestrandete Kraftwerksprojekt Datteln und äußert sich, wieder einmal, daneben. Jetzt plappert er die Stromlücken-Lüge der Konzernbosse nach. Dabei sollte er sich besser auf jene Themen konzentrieren, von denen er eine Ahnung hat. Äh,..welche waren das noch mal, ach ja..:

Diffamierung der Älteren: „Ich halte nichts davon, wenn 85-Jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen.” Weiter vertritt er die Ansicht, dass die Rente mit 67 Jahren viel zu früh einsetzt und das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre (!) angehoben werde müsse.

Diffamierung von Langzeitarbeitslosen: Seiner Meinung nach war die Anhebung der Regelsätze für Kinder zum 1. Juli 2009 ein „Anschub für die Tabak- und Alkoholindustrie“.

Im Energiesektor sehe die Tatsachen anders aus: “Bei der absoluten Menge an freigesetzten Treibhausgasen ist laut EIO-Report allerdings ein deutsches Unternehmen der größte Klimaverschmutzer Europas. Der Energiekonzern E.on emittiert pro Jahr 164,8 Millionen Tonnen CO2. Auf eine Million Dollar Umsatz kommen damit knapp 1300 Tonnen.” (Spiegel online 26.04.2011 CO2-Emmissionen von Firmen - Rangliste entlarvt Europas Klimasünder)
Deutschland hat enorme Kraftwerksreserven. Zurzeit steht laut „Monitoringbericht Versorgungssicherheit“ des Bundeswirtschaftsministeriums (Januar 2011) jederzeit eine ungenutzte Kraftwerksleistung von 13.200 MW bereit. Zum Vergleich: Die sieben ältesten AKW und der Reaktor Krümmel haben zusammen eine maximale Leistung von 8.400 MW. Steigen die Importe jetzt an, bedeutet dies lediglich, dass die Energieversorger sich dagegen entscheiden, ihre ruhenden Kraftwerke anzufahren und stattdessen lieber Strom im Ausland zukaufen. Dass trotz abgeschalteter AKW genug Strom in Deutschland produziert werden kann, zeigt die aktuelle Studie des Ökoinstituts, die trotz sehr konservativer Annahmen eindeutig belegt, dass ein schneller Ausstieg weder zu Engpässen noch zu erheblichen Preisanstiegen beim Stromeinkauf führt. (Atomstrom aus Frankreich? Kurzfristige Abschaltungen deutscher Kernkraftwerke und die Entwicklung des Strom-Austauschs mit dem Ausland - Kurzanalyse für die Umweltstiftung WWF Deutschland - Dr. Felix Chr. Matthes, Ralph O. Harthan, Charlotte Loreck - Berlin, April 2011 Öko-Institut e.V.)

Herr Mißfelder bedient sich seines alten Instrumentariums, und das lautet: Was schert mich die Realität. Wenn die Konzernbosse rufen steht er zur Stelle. Bei der nächsten Wahl haben wir die Gelegenheit uns seines Vorgehens zu erinnern und ihm die Quittung zu präsentieren.

Abriß von Datteln IV, sofort! Kein Unrecht zu “Recht” verbiegen!


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