VORWEG GEHEN, wie es bei RWE praktiziert wird

20. November 2011 | Von Eddy | Kategorie: Aktuelles

´Intelligente Energie´ soll die Zukunft sein

Seit einigen Wochen werben sowohl RWE als auch E.ON im Fernsehen für ihre Kompetenz in Sachen ´Energie-Effizienz´ und ´Erneuerbare Energien´.

Der Werbespot von RWE im TV (auf YouTube hochgeladen von RWEKonzern am 04.10.2011)

verspricht eine intelligente Energiezukunft. Einen ähnlichen Werbespot leistet sich auch E.ON.

VORWEG GEHEN

Was sich gut anhört, das glaubt der Mensch auch gerne. Genau darauf haben es die Werbekampagnen der Energieriesen abgesehen. - Natürlich denkt jeder beim Slogan “VORWEG GEHEN”, dass hier mit gutem Beispiel vorangegangen wird. Lesen Sie, wie das VORWEG GEHEN im Hause RWE praktiziert wird.

Das VORWEG GEHEN am Beispiel der ´intelligenten Energieversorgung´ in Form von Mikro-KWK-Anlagen

Sie können Strom jetzt selbst produzieren und ihn mit anderen teilen” - damit stellt RWE u.a. auch auf die Motorbetriebene Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung (Mikro-KWK) ab, die als Innovation auf dem RWE-Internetportal beworben wird.

Hier wird uns erklärt: “Mikro-KWK-Anlagen, die von einem Erdgas-Verbrennungsmotor angetrieben werden, stellen heute den Stand der Technik dar. Weltweit wurden diese Geräte bereits viele tausend Mal gebaut und haben sich mit langen Laufzeiten im Praxiseinsatz bewährt.”


Für die Zukunft setzt man auf den Stirlingmotor

VORWEG GEHEN klärt weiter auf:Im Gegensatz zu den Verbrennungsmotoren mit interner Verbrennung werden die Stirlingmotoren von außen beheizt, z.B. durch eine äußerliche Gasverbrennung oder die Nutzung solarer Wärme. Sie wurden in den vergangenen Jahren umfangreich erprobt und werden im Moment von den Herstellerfirmen im Gebäudebereich in den Markt eingeführt.”

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Stirling-Animation (Beta-Variante)

RWE verspricht sich viel von der Stirlingmotor-Technik. Davon wird auch hier berichtet.

Ab 2012 sollen diese ´Kleinkraftwerke für den Hausgebrauch´ dann großflächig in der Republik vermarktet werden.

So sollte es nahe liegen, dass RWE auch im eigenen Hause mit solcher Technik VORWEG GEHT - sollte man jedenfalls meinen.

Wie RWE seine “intelligenten Konzepte” im eigenen Konzern umsetzt

Am Beispiel der RWE&ELE zeigt sich der Einsatz der Stirlingmotor-Technik im Konzern.

An der ELE (Emscher-Lippe-Engergie GmbH) hält RWE 79 Prozent. Von den ehemaligen Stadtwerken Gelsenkirchen, die heute unter GEW (Gesellschaft für Energie und Wirtschaft) firmieren, hat ELE die Anlagen der Energieerzeugung und -verteilung gepachtet.

Das ELE-Motoren-Heizkraftwerk in Gelsenkirchen-Resse

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Das MHKW in Gelsenkirchen-Resse mit 2 Stirlingmotoren (je 5 MW el.) und 1 Gashilfskessel

Hier wird von ELE ein Kleinkraftwerk betrieben, bestehend aus 2 stationären Stirlingmotoren und einem Gas-Heizkessel. Diese Konfiguration kann 10 MW elekt. Strom und ca. 15-20 MW thermische Heizenergie liefern. Der mögliche Nutzunggrad beträgt - wie für KWK-Anlagen üblich - mehr als 80 Prozent.

Das klingt zunächst gut, und das wäre es auch, wenn das Kraftwerk denn auch in Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten würde. Tut es aber nicht, jedenfalls viel zu selten.

In der Gerhardstrasse in Gelsenkirchen-Resse ist es meistens still - zu still. Gehen Sie mal in diese Sackgasse und lauschen. Sie müssen schon sehr viel Glück haben, das Brummen der Stirlings zu hören.

Nach zuverlässigen Informationen stehen die beiden Stirlingmotoren meist still. Der Gasheizkessel übernimmt überwiegend die Wärmeerzeugung und -versorgung. Der Grund, warum denn eine Anlage mit einem so hohen Nutzunggrad nicht als KWK-Anlage betrieben wird, liege darin, dass die Erzeugung von elektrischer Energie mittels Braunkohle im RWE-Konzern noch profitabler sei.

Dies kann als Indiz dafür gesehen werden, dass das Geschäft und die Renite aus der ´Verstromung von dreckiger Braunkohle´, die mit einem Wirkungsgrad von ca. 30 Prozent erfolgt und ungeheure Mengen des Klimakillers CO2 emittiert, dem RWE-Konzern wichtiger ist als der relativ saubere Betrieb einer energetisch hocheffizienten Kraftwerksanlage. RWE wirbt gerne für solch effiziente und intelligente Konzepte. - Nur im eigenen Hause wird so eine Anlage lediglich zum Zwecke eines Alibis gehalten. Eine effiziente Nutzung der KWK-Technik sieht anders aus.

Die breite Allgemeinheit soll die Technik betreiben, die ELE/RWE zwar gepachtet hat, aber kaum nutzt

Die ELE-Broschüre “Heizungen, die auch Strom erzeugen: Mikro-KWK-Anlagen” bewirbt beim Bürger genau die Technologie, welche sie selbst - wohl nur aus Gründen der Gewinnmaximierung - für sich ablehnt. Es steht zu erwarten, dass ab 2012 eine grössere Kampagne von RWE u.a. beteiligten Interessenten auf den Bürger zukommt - für den Kauf und Betrieb solcher Mikro-Anlagen.

ELE und RWE Effizienz starten Projekt “Intelligentes Zuhause” in InnovationCity Bottrop

Mit diesem, in der Öffentlichkeit bekanntem Zukunftsprojekt, soll die Technik der Mikro-MHKW in großem Stile an den Mann/die Frau gebracht werden. Das Projekt ist vielfach mit Fördergeldern ausgestattet.

Diese Zukunft funktioniert so: Einerseits bezieht der Eigenheimbetreiber seine Heizenergie vom Energieriesen zum Betrieb seines Mikro-MHKWs, andererseits verkauft er seine ´überschüssige´ elektrische Energie daraus zu Preisen, die er am wenigsten bestimmt. Ist das die “Intelligenz”, die von RWE so beworben wird ?


Fotos&Montagen: © 2011 by aufpunkt.de
Stirling-Motor-Animation: Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Van_helsing

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2 Kommentare
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  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    Betrifft: ” Das ELE-Motoren-Heizkraftwerk in Gelsenkirchen-Resse”
    Falsch ist: “2 stationären Stirlingmotoren”
    Richtig ist:: ” 2 Diesel-Gas Motoren, Typ Pielstick Motoren”
    “Nach zuverlässigen Informationen…….” diese Aussage ist nicht sehr zuverlässig der Grund ist ein Anderer!!
    der Rest ist Polemik
    mit freundlichen Grüßen

  2. @ Rainhard Kionczyk

    Danke für die Berichtigung. Aber unsere Quelle, die wir durchaus als zuverlässig einstufen, war nicht anders informiert. Vorausgesetzt, es sind Pielstick Motoren, so gibt es wohl hier ein größeres Wissensdefizit an einer Stelle, die es anders hätte wissen müssen.

    Ob Stirling oder Pielstick, darauf kommt es in der Hauptsache hier garnicht an. Es wäre transparenter und zielführender, wenn wir hier die “anderen Gründe” für die Nichtnutzung der Kraft-Wärme-Kopplung erfahren dürften. Das würde viele Leser sicher interessieren. Vielleicht auch mal ein Betriebsstunden-Protokoll der Anlage in Resse, mit Leistungsdaten für Strom und Wärme.

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