Leserbriefe - Februar 2012

7. Februar 2012 | Von Eig.Ber. | Kategorie: EON Datteln Block4, Leserbriefe, Ruhrzink

Folgender Leserbrief - von Karl Seeling, Datteln - hat uns am 24.02.2012 erreicht :

Gerichtsurteil zu Trianel, Hoffnungsschimmer für E.ON
von Karl Seeling

Ein Hoffnungsschimmer für E.ON ist für mich nicht erkennbar. Der Dattelner Stadtrat verhindert mit seinem erneuen Versuch, Datteln IV zu genehmigen, beide Kraftwerke! Nachdem das Kraftwerk Datteln IV vom OVG Münster wegen gravierender planerischer Fehler und falscher Gutachten gestoppt wurde, ist das Kraftwerk in Lünen nach einem Urteil des OVG Münster nun wegen der Schadstoffeinträge in den Lippeauen ebenfalls gefährdet. Das unter normalen Umständen genehmigungsfähige Kraftwerk in Lünen kann nun nicht ans Netz, weil E.ON und die Stadt Datteln immer noch verzweifelt versuchen, den Standort Datteln mit Hilfe der GRÜNEN im RVR im Nachhinein zu legalisieren. Laut OVG müssen die Planer von Kraftwerken und Industrieansiedlungen sämtliche Schadstoffeinträge in einem Gebiet berücksichtigen und nicht nur die projektbezogenen Einträge. Das ist auch richtig so. Wäre diese Grundlage der Betrachtung in der Vergangenheit berücksichtigt worden, gäbe es dieses Problem gar nicht. Hier haben die Entscheider wohl bewusst weggesehen. Eigentlich sollten diese elementaren Grundlagen jeden Politiker und verantwortlichen Planer bekannt sein, denn die Schadstoffe hören ja nicht an einer Grenze auf, sondern vermischen und vervielfältigen die gemeinsamen Belastungen des betroffenen Gebietes erheblich. Dass die Bezirksregierung Münster und die Bezirksregierung Arnsberg jeweils nur das einzelne Projekt in Datteln und Lünen betrachtet und jeweils Teil-Genehmigungen zum Bau erteilt haben, ist ein Skandal für sich, zumal die Kraftwerke keine 10 Kilometer auseinander liegen. Wo ist denn hier bitteschön eine Planung von Kraftwerksstandorten der Landesregierung NRW zu erkennen? Wo sind denn die rechtlichen Grundlagen der Standorte und deren Klärung auf gerichtsfeste Umsetzbarkeit erarbeitet worden? Scheinbar gab es diese Arbeiten nicht. Sollten die Bezirksregierungen nicht Kenntnis davon haben, wo in unmittelbarer Nähe ein Kraftwerk gebaut wird und dann entsprechende Gutachten mit Berücksichtigung des anderen Kraftwerkstandortes anfordern? Die Politik hat auf allen Ebenen versagt und ist für die gemachten Fehler verantwortlich! Der Dattelner Stadtrat hat aus den Fehlern des rechtswidrigen Bebauungsplans 105 -EON Kraftwerk- nichts gelernt und keine Konsequenzen gezogen. Die Planungen der Dattelner Stadtverwaltung für einen erneuten Anlauf zu Datteln IV laufen auf Hochtouren, obwohl das vom OVG Münster gesprochene Urteil zu Datteln IV eindeutig ist und überhaupt keinen Zweifel daran lässt, dass dieser Standort für das größte Kohlekraftwerk Europas nicht geeignet ist, auch nicht über den Versuch eines Zielabweichungsverfahrens. Somit wird es wohl daraus hinaus laufen, dass erst Trianel nicht ans Netz darf und Eon im Nachgang ebenfalls nicht. Und somit verhindert der Dattelner Stadtrat mit dem Versuch des neuen Bebauungsplans 105a wohl beide Kraftwerke.


Folgender Leserbrief - von Raimund Schorn-Lichtenthäler / Ahsen - hat uns am 07.02.2012 erreicht :

GEA macht fette Gewinne, ……. und Datteln soll den Dreck behalten
von Raimund Schorn-Lichtenthäler

Die GEA Group, ehemals in Bochum ansässiger Weltkonzern und Muttergesellschaft der abgewickelten Ruhr-Zink GmbH aus Datteln, verkündet stolz die Umsatzergebnisse für 2011. Danach hat GEA den Nettogewinn in 2011 um 130 Prozent gesteigert.

Die weiteren Teile der frohen Botschaft von Konzernboss Oleas aus Düsseldorf:

- Auftragseingang und Umsatz steigen um je 23% auf 5.610 Mio. € bzw. 5.417 Mio. €
- Operatives Ergebnis steigt um 43%
- 10,0% operative EBIT-Marge ohne Akquisition GEA CT - Steigerung um rund 165 bps
- Netto-Verschuldung bei 387 Mio. € nach Auszahlung von 520 Mio. € für Akquisitionen
- Dividendenvorschlag: Anhebung um 0,15 € auf 0,55 €

Nun könnte man sich doch freuen, wenn es der deutschen Wirtschaft trotz abkühlender Weltkonjunktur weiter sehr gut geht, wüsste man nicht um die Versuche des Konzerns sich in Datteln aus der Verantwortung zu stehlen und in der Stadt den Dreck und das Gift aus der Produktion der Zinkhütte zurück zu lassen.

Mit tatkräftiger Unterstützung der Unteren Bodenschutzbehörde des Kreises Recklinghausen wird seit Jahren an einer Sanierung „light“ gewerkelt, die dem GEA-Konzern ein Maximum an Profit erhält und im Gegenzug den Bürgern in Datteln die Giftböden belässt.

Da wird von einem Pilotprojekt zur Einbringung einer Natrium-Laktat Lösung in den vergifteten Untergrund der Ruhr Zink Brache schwadroniert. Die giftigen Schwermetalle sollen im Untergrund „gebunden“ werden. Das bedeutet nichts anderes, als den Dreck an Ort und Stelle zu belassen. GEA kann ob der billigen Lösung frohlocken und weiter die Dividendenausschüttungen steigern. Das „Vestische Umweltzentrum“, so nennt sich tatsächlich die Behörde in der Kreisverwaltung, meint derweil man dürfe den Konzern nicht mit überzogenen Forderungen belasten. Eine vollständige Sanierung sei einfach zu teuer für GEA.

Es ist an der Zeit, dass dieser Eiertanz beendet wird und GEA-Group zu ihrer Verantwortung steht. Das Ruhr Zink Gelände ist ohne wenn und aber vollständig zu sanieren und die Gifte sind aus dem Untergrund zu entfernen.


Bei der EBIT Marge handelt es sich um eine Kennzahl zur Unternehmensbewertung. Sie macht die Ertragskraft von Gesellschaften aus verschiedenen Ländern vergleichbar. Die EBIT Marge steht dabei für den prozentualen Anteil des EBIT (Earnings Before Interest and Taxes) am Umsatz eines Unternehmens in einem bestimmten Zeitraum. Die Formel hierzu lautet: EBIT Marge = EBIT * 100 / Umsatz. Die EBIT Marge zeigt an, wie profitabel ein Unternehmen vor Zinsen und Steuern wirtschaftet und ist als Variante der Umsatzrendite ein Maß für die Rentabilität.
http://www.boersennews.de/lexikon/begriff/ebit-marge/378



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2 Kommentare
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  1. @ Gerichtsurteil zu Trianel, Hoffnungsschimmer für E.ON

    Endlich hat ein Gericht festgestellt, dass die Schadstoffe keine Grenzen kennen, jedenfalls für den Eintrag z.B. in den Cappenberger Wald. Das ist schon ein ziemlicher Fortschritt in der Anwendung einfacher Logik.

    Nur gilt dies noch nicht für den Schutz der menschlichen Gesundheit. Hier gelten immer noch absurde Grenzen, Grenzen in Gestalt von “3-prozentigen irrelevanten Richtwerten”. Der normale Bürger geht - fälschlich - meist davon aus, dass bestimmte Grenzwerte nicht überschritten werden dürfen. Das wäre schön, wenn es so wäre.

    Aber es gibt - seit dem Trianel-Urteil - eine gewisse Chance, dass sich der Wind dreht und die Dummheit durch Denken wieder ersetzt wird.

    Es gibt sicher ein Leben mit Kohlekraftwerken, aber ein solches Leben macht keinen Sinn.

  2. Es fällt mir schwer hierfür noch Worte zu finden!!

    Habe diesen Unsinn ja immer wieder erlebt, z.B. den Ausbau der A40 (Bochumer Kreuz) ! Da ist doch so ein Studiendirektor Mertens-Stratmann bis nach Leipzig marschiert und wurde abgeschmettert ! Mein alter Professor hat schon 1964/65 auf der TFH in Bochum gesagt: ” Meine Herren, wenn ein Ingeneur etwas Neues bringt, dann fallen erstmal alle über ihn her.” - Und so ist das auch hier wieder.

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