Datteln - Netzausbau für die Gewinne der Konzerne
29. Mai 2012 | Von raisch | Kategorie: Aktuelles, EnergiewirtschaftDer Bundeswirtschaftsminister Herr Rösler kommt am Freitag nach Datteln, das passt ja. Ich hoffe, wir schaffen es ihn mit einigen Freunden zu begrüßen.
Das darf man sich ruhig auf der Zunge zergehen lassen: Die Betreiber der Stromnetze, also die aus einer Gruppe marktbeherrschender Unternehmen hervorgegangenen Firmen, die den lukrativen Stromleitungsmarkt in Deutschland unter sich aufteilen und bereits jetzt satt an der Durchleitung von Strom gewinnen, setzen sich gemeinsam mit der Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzenden hin und verkünden, für Ihre Lizenz zum Gelddrucken seien Ausbaukosten von 30 Mrd. Euro (und mehr) vonnöten. Damit soll die Energiewende endlich voran kommen.
Damit das Alles auch mit Nachdruck “überkommt”, werden im Vorfeld die PR-Bataillone in Marsch gesetzt und verkünden die Katastrophen vom bevorstehenden Blackout, vom Strommangel in Deutschland und von den „Nachteilen der deutschen Industrie“ auf dem Weltmarkt (welche Nachteile meinen die eigentlich, bedenkt man wie sehr unsere Nachbarn unter dem wirtschaftlichen Überdruck aus Deutschland ächzen?). Jeder hat in den letzten Monaten solche Meldungen gelesen (z.B: warnte der Netzbetreiber Tennet noch im November 2011: „Offshore-Windenergie droht Kollaps“). Doch zunächst einmal geht es doch um zwei Fragen:
- Warum macht ein Netzbetreiber nicht das, was sein eigenes Geschäft ist und investiert in den Leitungsausbau?
- Warum sind eigentlich Offshore-Windparks die Lösung für Deutschland? Warum nicht an Land, warum nicht dort, wo jetzt die Atomkraftwerke abgeschaltet werden? Warum nicht Solarförderung, warum nicht viele kleine dezentrale Anlagen? Warum Nord-Süd, warum nicht West-Ost?
Also diejenigen, die bislang beim Ausbau der Erneuerbaren Energien immer auf der Bremse gestanden haben, nämlich die Strategen aus den Energiekonzerne-Etagen, setzen sich mit der Regierungschefin zusammen und dürfen erklären, wie ihre Vorstellungen davon sind, den Leuten auch künftig das Geld aus den Taschen zu ziehen. Sie legen einen selbst entworfenen Netzentwicklungsplan vor, den die Bundeskanzlerin als Grundlage für ein Bundesgesetz heranziehen will. Man stelle sich einmal vor, die Tabakindustrie würde sich ihre eigenen Gesetze schreiben (oder machen die das etwa?).
Es sind die Gleichen, die den Atomausstieg noch immer bekämpfen und die vor allem nicht bereit sind auch nur auf ein Stückchen ihrer (Markt-) Macht zu verzichten. Natürlich kommt dabei wieder ein Monopol heraus. Jetzt geht es um die Durchleitung von Nord nach Süd.
Kein Wort von dezentraler Energieerzeugung, keins von Energieeffizienz (u.a. Häuserdämmung zur Energieeinsparung). Warum die neuen und besseren Übertragungstechniken (Stichwort: Ultranet) nur vom Niederrhein zum Süden? Müssen überhaupt neue Trassen her, oder können die alten Stromleitungen ertüchtigt werden? Warum geht das auf bestimmten Trassen sehr wohl, andere sind dafür nicht geeignet. Vermutlich kommt den Herrschaften der Terminus „BHKW“ wie ein Kürzel für eine ansteckende, unheilbare Erkrankung vor. Wer einen Sumpf trocken legen will, darf nicht die Frösche danach fragen!
Die Monopolunternehmen, die den größten wirtschaftlichen Vorteil erzielen, dürfen der Republik ihre Energiewende erläutern, einen Netzentwicklungsplan zur Aufrechterhaltung der alten Gewinnzonen. Mit im Boot natürlich die Bundesnetzagentur, deren neuer Chef erst kürzlich von der FDP gekürt werden durfte. Ein Schelm, wer Übles denkt dabei!
Die Daten, auf deren Grundlage der Netzausbau erfolgen soll, kommen ausschließlich von den Netzbetreibern selbst. Es gibt keinerlei unabhängige wissenschaftliche Überprüfung, nicht einmal der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU), das „eigene Gremium“, welches die Bundesregierung seit Jahren in Fragen der Energiegestaltung berät und eine Vielzahl von profunden Gutachten und Stellungnahmen zur Energiewende erarbeitet hat, wird um Überprüfung gebeten.
Nicht einmal die vorgelegten Zahlen werden gegen gerechnet. 30 Mrd. Euro für knapp 3000 km Stromleitungen. Kann mal eben jemand den Taschenrechner bedienen? Das sind 10 Millionen Euro pro Kilometer! (wahrscheinlich bereits hoch gerechnet auf die künftigen Tantiemen der Konzernetagen).
Stattdessen werden schon mal prophylaktisch „die Bürger“ an den Pranger gestellt, die sich mal wieder störrisch dem notwendigen technischen Fortschritt in den Weg stellen und sich den geplanten Leitungstrassen verweigern. Da baut man flux die Beteiligungsrechte der Menschen in den Planverfahren ab, wenn es denn den Konzerninteressen dient! So sieht also (wieder einmal) aus schwarz-gelber Sicht der gesellschaftliche Konsens aus. Ich hoffe, wir bekommen Vernunft hinein.























Morgen ist ein großer Tag. Da wird die Republik mit den Plänen zum Netzausbau beglückt.
Gerade war der Bundeswirtschaftsminister Dr. Rösler im TV mit den Thesen zu hören, dass eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit bereits bei der Planung und der Entwicklung neuer Technologien eine herausragende Position hat. Ihm sei die Lektüre über die Beteiligung der Öffentlichkeit im Zuge der HGÜ-Feldversuche in Datteln/Waltrop nahegelegt. Dann wüsste er, wovon er - nicht - spricht.
Herr Rösler spricht auch von der besseren Nutzung bestehender Netze/Trassen. Er meint damit wohl genau die in Datteln/Waltrop - über die Köpfe der Menschen hinweg - ausprobierte Ultranet-Technik. Er sagt das, was ihm die Lobbyisten flüstern, ohne die schädigenden Wirkungen einzubeziehen. Als gelernter Dr. sollte er wissen, dass alles seinen Preis hat. Wenn er es aber nicht weiss, dann ist zu fragen, warum er es nicht weiss/nicht wissen will?
Frau Merkel berichtet voller Stolz, dass es nur noch 1 Klageinstanz bzgl. der Planfeststellung von Höchstspannungstrassen geben wird. Sie protzt geradezu damit, dass der Abbau der Bürgerrechte vor die Interessen der Energiewirtschaft gestellt wird, jedenfalls kommt es so rüber. Man hätte das schon einmal so gemacht - damals in den neuen Bundesländern.
Würde sich unser Land in einem Krieg oder nationalem Notstand befinden, könnte man so eine Haltung noch nachvollziehen. Der einzige Notstand, den wir erkennen können, liegt darin, dass die unter Eid stehenden Regierungsvertreter alles andere tun, als zum Wohl des Volkes zu handeln. Vielleicht sollte die Eidesformel umgetextet werden: “…. zum Wohle der Großkonzerne…“.
Wer braucht diese Trasse???
Das denke ich mal wissen wir alle aber braucht die Bevölkerung sie wirklich. Nö
In den Nördlichen Bundesländern wird 3 Mal mehr Strom produziert als benötigt im Süden dafür zu wenig.
Soweit stimmt die Argumentation das Stom in den Süden muß aber dafür 30 Milliarden ausgeben??
Warum wird dieses Geld nicht lieber dafür verwendet das sich der Süden selbst mit Strom versorgen kann
z.b. Wasserkraft oder Solarenergie.
Dachflächen in effizienter Lage gibt es da auch zu genüge. Solartechnologie fördern, private Solaranlagen subventionieren den Stom dort erzeugen wo er gebraucht wird und nich uneffizient durch die Republik schicken.
Aber halt da war doch was mit der Netzüberlastung durch die viele Einspeiser!!
Wenn ich mir meine benötigten kw Strom auf dem Dach selbst produziere und nur das was ich über habe ins Netz einspeise, is das ja wohl weniger als vorher ohne Solar.
Das Kabel is immer noch das gleiche!!
Durch viele dezentrale Einspeiser wird das Netz ja eher entlastet und somit sind dürften dann ja Kapazitäten im Netz frei sein um zuwenig selbst erzeugten Stom zu ersetzen auch im Süden!
Die Sache hat natürlich auch einen Haken, die Energiekonzerne sind gekniffen!
Jetzt mag vielleicht einer sagen die Energieselbstversorgung regional auszubauen dauert viel zu lange.
Ok stimmt geht nicht bis morgen. Die neue Trasse aber auch nicht.
Jetzt sollten sich die Berliner Laienspielgruppe mal um Ihr Wirtschaftsministerchen schaaren und mal richtig nachdenken ob es nicht sinnvoller ist Energie günstig und umweltfreundlich da zu produzieren wo ich sie brauche, oder der Industrie und den Energiekonzerne weiter den Wanst zu kraulen und diese Trasse zu bauen.
Aber gut sollte sie gebaut werden, wovon ich erst mal ausgehe, dann bitte die Kosten über die Netzentgelde an ALLE verteilen auch die Industrie darf da mitmachen!
Da is mir eine Androhung eines großen Anbieters noch gut im Gedächnis er würde seinen Braunkohletagebau dann sofort ins Ausland verlegen!!!!
Das will ich sehen wie die Ihren Tagebau ins Ausland schaffen.
Gutes Gelingen wünsche ich da.
Aber was solls unsere Regierung wirds schon zu Guten richten nur leider nicht fürs Volk.
So ist das nun mal in einer demokratischen Diktatur
Geht wählen und haltet die ….esse