Datteln - E.ON Sprecherin stellt Dr. Philipp Rösler in den Schatten

5. Juni 2012 | Von uwit | Kategorie: Aktuelles, Energiewende

An dieser Stelle wollten wir heute den Schwerpunkt auf den Besuch von Dr. Philipp Rösler in Datteln legen. Doch Umstände, die in der Verantwortung der E.ON-Pressesprecherin liegen, haben uns daran gehindert. Stattdessen haben wir den folgenden Artikel schwerpunktmäßig dem Handeln der E.ON-Pressesprecherin gewidmet.

Bundeswirtschaftsminister auf Stippvisite in Datteln

Dr. Philipp Rösler besuchte am vergangenen Freitag 3 Energieprojekte in NRW. Über die Mittagsstunden war er bei Amprion/Transnet BW an der Ultranet-Versuchsanlage (HGÜ) auf dem Gelände von E.ON-Datteln4 zu Gast - wir berichteten im Vorfeld. Das Medieninteresse war - angesichts der momentanen Diskussion um den Stand der Energiewende - entsprechend. Etwa 15 Journalisten waren vor Ort.

Der Besuch des Herrn Bundeswirtschaftsminister hat nicht enttäuscht.  Es war kaum Anderes zu erwarten.

Es war ein reiner Werbeauftritt für die Energiewirtschaft (lt. Pressebericht über den Rösler-Besuch am Freitag in Datteln).

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Die Pressevertreter erwarten den Bundeswirtschaftsminister, der mit einem ´ENERGIEWENDE-Bus ´angereist war

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Dr. Philipp Rösler wird am E.ON Info-Würfel begrüßt

Was sagt der Arzt und Ex-Gesundheitsminister Dr. Rösler zur HGÜ-Technik

Nun, gerne hätten wir an dieser Stelle selbst über die Aussagen des Arztes und ehemaligem Gesundheitsminister Dr. Rösler zur HGÜ-Technik, und insbesondere zu den gesundheitlichen Nebenwirkungen berichtet. Doch leider wurde uns die Teilnahme an der Presseinformation des Wirtschaftsminister von der E.ON Pressesprecherin Fr. K. untersagt.

E.ON-Pressesprecherin erfindet die Presse/Pressefreiheit NEU

Noch vor Beginn der Presseinformation trat Fr. K. gezielt auf den Verfasser zu, der in deutlichem Abstand zum Rest der Medienvertreter stand. Nach einer gekünstelten Vorstellung - sie tat so als wüsste sie nicht wer vor ihr stand - meinte sie direkt feststellen zu müssen, dass der Verfasser wohl keine ´Presse sei und auch keinen Presseausweis habe´. Diese Feststellung nahm Sie vor, ohne gefragt zu haben. Woher die Dame wusste, dass der Verfasser keinen Presseausweis sein Eigen nennt, kann allenfalls erahnt werden? Entweder hat sie hellseherische Fähigkeiten oder anderweitige Informationen, die wir für ziemlich bedenklich halten würden. -  ´Außerdem sei der Verfasser für die Pressekonferenz nicht angemeldet und zugelassen´. Auch diese Aussage kam spontan und wirkte wie vorher recherchiert. Sie bemerkte noch, dass es sich nicht um eine E.ON-Veranstaltung handele. “Ja, Amprion ist der Veranstalter, E.ON stellt nur die Räumlichkeiten”, ergänzte der Verfasser. Mit einem Blick auf die Kamera des Verfassers meinte sie noch: “Sie haben ihre Fotos gemacht”.  Woher hatte der Verfasser nur das Gefühl, dass sie ihm am Liebsten die Speicherkarte abverlangt hätte. - Und dann wies sie mit einer Handbewegung zum Ausgang.

Der E.ON-Pressesprecherin wäre ein ausgeprägteres Wissen um das Wesen der Presse zu wünschen. Dann wäre ihr bekannt, dass Presse nicht durch die Existenz von Presseausweisen definiert wird. Einen Zwang zu Presseausweisen gibt es nicht, darf es wegen der Freiheit der Presse auch nicht geben. Versuche, solche Ausweise einführen zu wollen, sind bereits vor Jahrzehnten gescheitert. Gleichwohl kann unterstellt werden, dass ihr bekannt ist, dass Blogger-Sites mit investigativem Recherchehintergrund sehrwohl PRESSE sind. Aber genug davon. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, solche Grundlagen einer Pressesprecherin zu vermitteln.

Die Gewährleistung der Informationsfreiheit ist bei der Presse Grundlage einer Informationsbeschaffung durch investigativen Journalismus, insbesondere der Recherche.

Es mag ja sein, dass in einem BWL-Studium nicht speziell das Pressewesen studiert wird. Das merkt man dann an einem solchen Tag wie Freitag. Ob eine gelernte BWL-lerin als Pressesprecherin geeignet ist? Die Antwort darauf wollen wir mal dem Leser überlassen.

E.ON - kein Interesse an wahrheitsgetreuer Berichterstattung, jedoch an Ausgrenzung und Diskriminierung

Die ´Aktivitäten der Pressesprecherin´, alleine in Richtung des Verfassers wirkend, sind eher geeignet, eine  gezielte Ausgrenzung eines kritischen Bürgers und Bloggers von der Pressekonferenz anzunehmen. Das hätte mit wahrheitsgetreuer Berichterstattung dann wenig zu tun. Aber das wäre nicht neu bei E.ON. Wir hatten bereits mehrfach über die auslassenden und unrichtigen Informationsgepflogenheiten im Zuge des Baus von Datteln4 berichtet. - Und wieso denke ich dabei immer wieder an chinesische Verhältnisse?

Neu ist für den Verfasser auch nicht, dass Ausgrenzung und Diskriminierung - u.a., die Persönlichkeitsrechte verletzende Mittel - bei E.ON Anwendung finden. Das darf - auch nach richterlicher Auffassung - so behauptet werden. Typisch für Mobbing ist, dass die jeweilige Gelegenheit genutzt wird. So sieht es auch hier aus. Die Mobbing-nahen-Aktivitäten sind zwar nichts Neues für den Verfasser, sie sind aber doch immer wieder verletzend. - Andererseits machen sie stolz auf eine wohl wirksame investigative Berichterstattung, die bei ´E.ON´ nicht ohne Folgen bleibt. Das motiviert für die Zukunft. Wir könnten uns allerdings eine andere Form der ´Anerkennung´ vorstellen.

E.ON-Sprecherin übernimmt Aufgaben von Amprion und des Bundeswirtschaftsministers

Einerseits meint Fr. K. selbst, der Besuch von Dr. Rösler sei keine E.ON-Veranstaltung. Andererseits übernimmt die Sprecherin die Funktion der Rausschmeisserin. Wenn überhaupt, dann wäre das Sache von Amprion oder des Bundeswirtschaftsministers gewesen. Aber warum hätte Amprion oder das Bundeswirtschaftsministerium so reagieren sollen? Nein, die Beiden hatten keine Veranlassung.

Es war vor Ort an keiner Stelle erkennbar, dass es einer besonderen Akkreditierung zur Pressekonferenz des Bundeswirtschaftsministers bedurfte. Entsprechende Ausweise waren bei keinem der Medienvertreter sichtbar, auch eine Kontrolle gab es nicht. Wir müssen die Glaubwürdigkeit der Aussage der Pressesprecherin deshalb erheblich anzweifeln.

Die Spannung steigt - nicht nur die elektrische

Bereits beim Besuch des NRW Umweltministers in Waltrop wurden die Spannungen zwischen den Parteien deutlich

Beim Verfasser machte sich der Eindruck breit, dass Fr. K. hier - wie bereits in der Vergangenheit - überreagierte. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf den Auftritt der E.ON-Sprecherin im Ratssaal von Waltrop, als sie eigenmächtig die Verteilung des Funkmikrofons im Saal übernahm, was nicht jedem Anwesenden gefiel.

Dieser Vorfall passt in das immer grösser werdende Spannungsumfeld rund um das Projekt Datteln4. Es knistert überall: in Waltrop beim Besuch des Herrn Remmel und auch bei der letzten ´frühzeitigen Bürgerinformation in Datteln´. Frust, Wut und Zorn sind die Erträge. Dafür sorgt schon die gewaltige Ungleichheit in den zur Verfügung stehenden Mitteln. Datteln4 soll ´für alles Geld der Welt durchgepaukt werden, koste es was es wolle´. Es scheint so, dass zu den Kosten wohl auch der Verlust des Rechtes und der demokratischen Grundsätze in Kauf genommen werden. Das wäre dann ein Beischaden, wie er nicht größer sein kann.

Schon lange geht es nicht mehr alleine um den Kraftwerkskoloss Datteln4. Hier steht viel mehr auf dem Spiel als der evtl. Verlust einer Gelddruckmaschine. Das kann nicht alleine als Grund für den immer rücksichtsloser vorgehenden Planungs- und Bauwahn herhalten. Hier geht es nur noch darum festzustellen, wer letztendlich die Macht im Lande hat. Datteln4 soll ein Exempel für die Zukunft werden.

Aber was hat Dr. Rösler nun zur HGÜ-Ultranet-Technik und zur Energiewende gesagt?

Nur Positives. So berichtet jedenfalls die schreibende Zunft.

Das war zu erwarten. Aber als studierter Arzt und ehemaliger Gesundheitsminister hätten wir Informationen zu den Risiken und Nebenwirkungen erwartet. Da hält es Dr. Rösler wie die Bundeskanzlerin, die als gelernte Physikerin ebenfalls um die Gefahren elektromagnetischer Felder weiss, aber nichts dazu sagt.

Eine kleine Internetrecherche ergab, dass Herrn Dr. Rösler die Versuchsanlage vorgeführt worden sei. Das scheint - zum Teil - zu stimmen. An der Versuchsanlage war z.B. die kugelige Messsonde hochgezogen und ein Leistungschalter zeigte ebenfalls Bewegung. Was wundert ist, dass dies am 1. Juni 2012 möglich ist. Nach Angaben von Amprion und der BezReg Münster sollten die Versuche aber bis Ende Mai abgeschlossen sein. Nun ja, wir wollen mal nicht so kleinlich sein. Wahrscheinlich war am Freitag keine Spannung auf der Anlage. Das hätte Herr Dr. Rösler dann sicher bemerkt.

Der Bundeswirtschaftsminister fordert neue Kohlekraftwerke und den schnellen Ausbau der Netze. Wir können darin keinen Zusammenhang mit einer Energiewende erkennen. Im Gegenteil. Das Zauberwort ´Energiewende´ soll - ähnlich wie die CCS-Technik - vorübergehend für eine erhöhte öffentliche Akzeptanz für die Aktivitäten der Energiemonopolisten sorgen. Nicht mehr, nicht weniger.

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"Energie" trifft "Energiewende". Über der "Energie" ragen die futuristisch wirkenden Hochspannungs-Impuls-Generatoren der HGÜ_Versuchsanlage empor. Im Hintergrund der ´Energiewende-Bus´ des BWM

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In der "ENERGIEWENDE" klaffen noch so einige Lücken - eine offene Tür mit Symbolcharakter. Kein Wunder, da sich die Wende als "WEITER-GERADEAUS" entpuppt. - Nur die Farbstellung passt: Blau&Weiss wie lieb ich dich !


Fotos : © 2012 by aufpunkt.de

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