DIESER Konstruktionsfehler des REA-Skandals ist nicht zu heilen/ist nicht zu vertuschen

23. Juni 2015 | Von uwit | Kategorie: Abgas-Skandal, Der Nichtentschwefelungs-Skandal, Kraftwerk-Skandal, Kraftwerks-Skandal, NOx, News, REA-Skandal, VW-Skandal

Update vom 21.08.2015

Es ist nicht die Frage “Ob”, sondern “Wann” die Sachverhalte um eine ausgedehnte Nichtentschwefelung und Nichtentstickung deutscher Kohlekraftwerke und deren ´Begleitumstände´ eine breitere Öffentlichkeit erreichen wird. Da brauchen wir nur abzuwarten.

Update vom 11.08.2015

Angesichts aktuellen Handelns - hier durch die Staatsanwaltschaft Bochum, Herr Staatsanwalt M. Koezle - sehen wir uns veranlasst, diesen Beitrag/Artikel bis auf unbestimmte Dauer hier als Leitartikel weiter zu veröffentlichen. “Obenauf” bedeutet genau dieses.

Das bedeutet nicht, dass wir auf eine weitere Berichterstattung verzichten. Ganz im Gegenteil. Es ist nur so, dass wir unseren Lesern die aktuellen Beiträge in der linken Sidebar unter dem Item “Aktuelles”  zur Kenntnis geben.

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Für den Fall, dass “Jemand” daran denken sollte, die gängige Physik von Gasgemischen weiterhin ignorieren zu können, dem empfehlen wir, das nachstehend per Foto festgehaltene Phänomen glaubhaft zu erklären. Wir erwarten gerne solche Erklärungen.

Wir sind weiter der Meinung und auch die Physik wird es immer bestätigen, dass die fehlende Schwade ein harter Beweis für die Nichtteilnahme der Rauchgase an einer REA-Nasswäsche darstellt. Dieser ´KONSTRUKTIONSFEHLER´ des REA-Skandals ist nicht zu heilen/ist nicht zu vertuschen.

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2 Steinkohlekraftwerke in Wilhelmshaven - in ca. 1km Abstand, im April 2015 - beide Kraftwerke (links GDF Suez, rechts E.ON) und deren Nassentschwefelungsanlagen sind (lt. Betreiber) in Betrieb und müssten somit ziemlich gleiche Wasserdampfbeladungen ausweisen, auch optisch !!! Man muss kein Fachmann sein, um sich die Frage zu stellen: "Wieso dampft der Kamin von E.ON nicht?"

Das Foto (und weitere - uns vorliegende Infos) zeigen 2 zeitgleich in Betrieb befindliche Steinkohlekraftwerke in Deutschland unter gleichen klimatischen Bedingungen (wir haben wegen des rechts sichtbaren Kraftwerks extra nachgefragt). Welche Gründe könnte es geben, dass die Abgasfahnen optisch so extreme Unterschiede aufweisen? Für die verschiedenen Blöcke scheinen wohl verschiedene physikalische Gesetze zu gelten.

Beide Kraftwerke werden laut Genehmigung in High-Dust-Schaltung entstickt und per Nass-Entschwefelung vom SO2 befreit.  Die spezifische Wasserdampffracht in den Rauchgasen ist bei beiden Blöcken in gleicher Größe anzunehmen. - Mag sein, dass das “optisch dampfende Kraftwerk - links” ohne eine 30 K-Wiederaufheizung auskommt (seit 2004 ist dies insbesondere bei Neubauten möglich). Das ist jedoch für die Außenwahrnehnung der Kaminfahnen bei üblichen April-Temperaturen vollkommen irrelevant. Mit Wiederaufheizung käme allenfalls eine um ´einige Meter abgerissene Wasserdampffahne´ in Betracht.

Die Abgasfahne/-schwade des ´nicht-dampfenden Kraftwerks´ ist völlig transparent, d.h. durchsichtig. - Diese Beobachtung und die damit einhergehenden Widersprüche zu einfachen physikalischen Gesetzen bilden genau den Kontext, in dem wir den Verdacht auf eine umfassende Nichtentschwefelung deutscher Kohlekraftwerke gestellt hatten. - Steag Lünen ist nur der Anfang. Lünen ist überall, ´Lünen is not alone´. Es gibt viele weitere ´Kandidaten´.

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Das ´ im obigen Foto rechts stehende Kraftwerk ist wohl schon lange und oft ohne Kaminschwade ´unterwegs´/in Betrieb. Das belegt ein Google-Earth-Foto aus 2009, welches genauso gut aus April 2015 stammen könnte.

Wir fragen uns, wieso die Anwohner in der Nähe der beiden Kraftwerke diese optischen Auffälligkeiten nicht zum Anlass nehmen, Fragen zu den Ursachen der ´sichtbaren Unterschiede´ zu stellen? Wir wissen, dass es dort Bürgerinitiativen gibt, die gegen die Kraftwerke agieren. Warum schweigen diese Leute trotz der täglich sichtbaren ´Fragen´?

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3 Kommentare
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  1. Schön, dass das Aufpunkt Team im Skandal zur REA Nasswäsche am Ball bleibt.

    Katastrophal finde ich, dass die Bezirksregierung im Bezug zum verseuchten Grubenwasser der RAG Zechen, ebenso versagt. Schlimmer noch, laut der Samstagsausgabe (22.08.) des SPIEGEL, muss man den Eindruck gewinnen, dass hier PCB Werte seitens der Bezirksregierung manipuliert, geschönt und verschwiegen werden. Das ist kein Kavaliersdelikt. Leider ist es so, dass die Landesregierung in diesen Skandalen (REA Nasswäsche, PBC Grubenwasser) nicht tätig wird. Hier tut sich der Verdacht auf, dass die Bezirksregierung und deren Mitarbeiter ebenso kein Interesse zeigen, aufzuklären. Wenn es so ist, ist, sind diese Umweltskandale ein Fall für den Staatsanwalt.

  2. @ Toni

    Das Nichtentschwefeln und Nichtentsticken ist schon für sich eine Riesensauerei. - Wenn aber die Aufsichtsbehörde dann auch noch die Meßwerte manipuliert und der Staatsanwalt einen Beweisantritt (3000 Dateien !!!) quasi garnicht zur Kenntnis nimmt, ja noch nicht einmal den per Strafantrag angezeigten Kraftwerksbetreiber über die gegen ihn vorliegende Anzeige informiert und die Sache ohne jede Rücksprache etc. einstellt, dann hat der Skandal inzwischen das reine Umweltdelikt verlassen und ist dabei, sich zu ganz besonderer Größe mit ggf. strukturiert organisierten kriminellen Hintergründen aufzuschaukeln.

  3. @ Uwe

    Sehe ich genau so…..das ist richtig übel!

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